Funktechnik - Grundbegriffe
In der Funktechnik tauchen immer wieder Begriffe auf...
Polarisation
Die Polarisation ist die Richtung in der sich die Schwingungen des elektrischen Feldes ausbreiten. Man unterscheidet zwischen vertikaler und horizontaler Polarisation.
Bei der vertikalen Polarisation schwingt die Welle von oben nach unten. Bei der horizontalen Polarisation schwingt die Welle von links nach rechts. Die Richtung der Polarisation ist durch die Richtung der elektrischen Feldlinien vorgegeben.
Richtcharakteristik
Die Richtcharakteristik wird auch als Abstrahlcharakteristik bezeichnet. Dabei wird die Eigenschaft der Antenne dargestellt, wohin sich die Wellen ausbreiten. Meist wählt man einen Schnitt durch das horizontale oder vertikale Strahlungsdiagramm. Bei der vertikalen Polarisation spricht man von der magnetischen Feldkomponente (H-Ebene). Bei der horizontalen Polarisation spricht man von der elektrischen Feldkomponente (E-Ebene). Bei komplexen
Antennen mit vertikaler und horizontaler Polarisation wählt man eine räumliche Darstellung
Reflexionen / Reflektionen
Funksignale, die auf Hindernisse treffen und von dort in eine andere Richtung abgelenkt werden, nennt man Reflektionen. Sie führen dazu, dass ein Funksignal auf mehreren Wegen zum Empfänger gelangen. Es gibt durchaus Funkanwendungen, wo Reflektionen erwünscht sind. Z. B. um die Reichweite eines Funksignals gezielt zu erhöhen.
Im Regelfall sind Reflektionen unerwünscht und machen vor allem die Funkübertragung von Daten schwer umsetzbar
und kompliziert.
Bei Reflektionen spricht man auch von Funkechos, die als abgeschwächtes Signal mehrfach beim Empfänger ankommen.
Interferenz
Reflektionen sind vor allem dann ein Problem, wenn zwischen dem Hauptsignal und einem Echo eine halbe Wellenlänge Laufzeitunterschied liegt. Dabei löschen sich die Funkwellen aus. Das nennt man Interferenz.
Funktechnik
Es gibt kaum einen Bereich, wo wir auf die Übertragung von Sprache und Daten über die Luft verzichten können. Egal ob Fernsehen, Radio, Telefon oder sogar Netzwerk, überall ist die Funktechnik Bestandteil unsers Lebens.
Was uns so alltäglich erscheint ist mit verschiedenen physikalischen Effekten und hochkomplizierter und empfindlicher Technik verbunden. Die physikalischen Hintergründe werden im folgenden beleuchten und verständlich
erklärt.
Was ist Funktechnik?
Heinrich Hertz ist deshalb bekannt, weil sein Name als Einheit Hertz, kurz Hz, der Frequenz f gewidmet ist.
Doch viel wichtiger ist, Heinrich Hertz hat als erster demonstriert, wie elektrische und magnetische Felder zur Übertragung von Nachrichten genutzt werden können. Damals, 1886, gab es noch keine Elektronenröhren oder Transistoren. Deshalb wurde mittels einer Funkenstrecke das Sendesignal erzeugt. Hieraus ergibt sich auch die Bezeichnung
Funk. Erst später fand man heraus, dass mit langen Drähten die Reichweite der Signale gesteigert werden kann. Die Funkenstrecke starb aus, die Antenne war geboren, der Name Funk blieb.
Wie entstehen die Funkwellen?
Funkwellen entstehen nicht von selbst. Zur Erzeugung von Funkwellen ist ein Schwingungserzeuger notwendig. Das kann ein Oszillator sein, der die sogenannte Grund- oder Trägerwelle erzeugt. In der Elektronik spricht man dann in der Regel nicht von Wellen. Es handelt sich dabei um einen physikalischen Effekt. Funkwellen sind Frequenzen. Der Oszillator erzeugt ein Wechselspannungssignal mit einer bestimmten Frequenz.
Erst ab 16.000 Schwingungen
in der Sekunde (Frequenz) neigen Signale dazu in den freien Raum abzustrahlen. Der Wellenwiderstand Z des freien Raumes (377 Ohm) ist dann geringer als der Wellenwiderstand der Antenne bzw. der Leitung. Dem elektromagnetischen Feld ist es dabei nicht mehr möglich in den Leiter zurück zu kehren (Weg des geringsten Widerstandes). Dadurch strahlt das elektromagnetische Feld von der Antenne ab.
Was hat es mit der Trägerfrequenz auf sich?
Die Trägerfrequenz, die vom Oszillator erzeugt wird, ist eine Elektromagnetische Welle, die nicht hörbar ist. Die Trägerfrequenz fT
alleine ist noch keine Information. Diese muss in Form einer anderen Frequenz auf die Trägerfrequenz im Huckepackverfahren aufgesetzt werden. Erst dann können unterschiedliche Zustände in codierter Form übertragen werden. Dieses Verfahren nennt sich Modulation. Die bekanntesten Modulationsverfahren sind die Amplitudenmodulation (AM), die Phasenmodulation (PM) und die Frequenzmodulation (FM), die bei der Übertragung unserer Radiosender (UKW) verwendet wird.
Wie war das noch mal mit Schwingung und Frequenz?
Die Anzahl der Schwingungen, also Funkwellen, pro Sekunde werden in Frequenz (f) mit der Einheit Hertz (Hz) angegeben.
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in Hz |
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in Sek. |
Beispiel: 16.000 Schwingungen in der Sekunde sind 16.000 Hz oder 16 kHz.
Wie weit reicht ein gesendetes Signal?
Die Reichweite eines Signals ist abhängig von der Wellenlänge einer Frequenz und von der Signalstärke. Die Signalstärke wird bestimmt durch die Sendeleistung. Die Wellenlänge l wird in Meter angegeben. Dafür gilt folgende Formel:

Die Lichtgeschwindigkeit ist ein Konstante. Der Wert beträgt 300.000.000 m/s (Meter pro Sekunde) oder 300.000 km/s (Kilometer pro Sekunde).
Beispiel: 
Man spricht dann auch vom 70-cm-Band.
Durch die oben genannte Formel ergeben sich unterschiedliche Wellenlängen aus den Frequenzen. Geht man davon aus, das die Sendeleistung konstant ist, so bestimmt die Wellenlänge die Reichweite. D. h., bei konstanter Sendeleistung nimmt die Reichweite des Senders proportional zur Wellenlänge ab. Halbiert man die Wellenlänge nimmt die Reichweite drastisch ab. Je höher eine Frequenz, desto geringer die Reichweite.
Kann ein Signal einfach so auf einer Frequenz gesendet werden?
Nein, das geht nicht. Damit kein Frequenz-Chaos entsteht, sind Frequenzen bzw. Frequenzbereiche einer Anwendung zugeteilt. Z. B. für Radio, Fernsehen, Amateurfunk, CB-Funk, Flugfunk, Schiffsfunk, Taxi, Polizei, Feuerwehr, Mobilfunk, etc. Die Funktechnik ist sehr weit fortgeschritten. So weit, dass sogar für lokale Netzwerke der freie Raum als Übertragungsmedium genutzt wird. Und weil das Übertragungsmedium praktisch kostenfrei zu Verfügung
steht, wird es auch gerne und viel genutzt. Die Dichte der Funksysteme ist so hoch, dass der störungsfreie Betrieb nur durch gesetzlich vorgeschriebene Abstände zwischen den Frequenzbereichen möglich ist. Die Bundesnetzagentur (BNETZA) überwacht die Frequenzen und geht Störungen nach und deckt Störer auf.